Projekt: X02
Cross-Over-Therapiestrategien
Dieses Crosslinking-Projekt hat zum Ziel, neue therapeutische Strategien zur Verbesserung des Überlebens von Hornhauttransplantaten zu identifizieren und zu evaluieren, indem bereits in anderen Projekten des SFB 1607 untersuchte Wirkstoffe und Zielstrukturen genutzt werden. Aufbauend auf den therapeutischen Screening-Ansätzen des Projekts A03 untersucht das Projekt immunmodulatorische Signalwege, die zwischen Hornhauterkrankungen, retinaler Inflammation und okulären Tumorerkrankungen geteilt werden.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Rolle von Galectin-1, einem Molekül, das derzeit im Projekt C05 im Zusammenhang mit der Regulation retinaler Mikroglia untersucht wird. Während Galectin-3 bereits mit entzündlichen Erkrankungen der Hornhaut in Verbindung gebracht wurde, ist die Rolle von Galectin-1 in der Hornhaut bislang kaum untersucht. Transkriptomische Analysen aus A03 zeigten eine deutliche Hochregulation von Galectin-1 in verschiedenen Hornhautverletzungsmodellen, insbesondere unter stark entzündlichen Bedingungen. Da Galectin-1 sowohl immunregulatorische Eigenschaften bei akuten Entzündungen als auch proinflammatorische Effekte bei chronischen Erkrankungen aufweist, untersucht dieses Projekt seine funktionelle Rolle bei Hochrisiko-Hornhauttransplantationen. Hierfür werden sowohl rekombinantes Galectin-1 als auch der Galectin-1-Inhibitor OTX008 in experimentellen Mausmodellen der Hornhauttransplantation getestet.
Ein zweiter therapeutischer Kandidat stammt aus Projekt C04, in dem Osteopontin-spezifische Antikörper als Therapieansatz für konjunktivale Melanome untersucht werden. Osteopontin gilt als etablierter Marker chronischer Entzündungen und der Tumorprogression und zeigte ebenfalls eine starke Hochregulation in Hornhautverletzungsmodellen. Daher untersucht dieses Projekt, ob eine Osteopontin-gerichtete Therapie das Überleben von Hornhauttransplantaten verbessern und entzündliche Reaktionen in der transplantierten Hornhaut modulieren kann.
Durch die Übertragung therapeutischer Konzepte aus der Forschung zu retinalen Erkrankungen und okulärer Onkologie auf die Hornhauttransplantationsforschung etabliert dieses Projekt einen hochgradig interdisziplinären Ansatz innerhalb des SFB 1607. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue Therapieansätze gegen Hornhauttransplantatabstoßungen schneller zu identifizieren und gemeinsame immunologische Mechanismen verschiedener okulärer Gewebe und Erkrankungen aufzudecken.
Zentrale Methoden
- Experimentelle Mausmodelle der Hochrisiko-Hornhauttransplantation
- Transkriptomische Analysen und Genexpressionsprofilierung







