Projekt: SUF
ITGA9 als neues Zielmolekül zur Aktivierung der Angiopoietin/TIE-Signalübertragung im Schlemm-Kanal
Dieses geförderte Projekt untersucht die Rolle von Integrin Alpha-9 (ITGA9) als neuartigen Regulator der Angiopoietin/TIE-Signalübertragung im Schlemm-Kanal und erforscht dessen therapeutisches Potenzial zur Senkung des Augeninnendrucks (intraocular pressure, IOP) beim Glaukom. Der Schlemm-Kanal ist eine spezialisierte vaskuläre Struktur, die essenziell für den Abfluss des Kammerwassers und die Regulation des Augeninnendrucks ist. Funktionsstörungen des Schlemm-Kanals tragen maßgeblich zur Entstehung von Glaukomen bei. Die Bildung und Aufrechterhaltung des Schlemm-Kanals beruhen dabei auf Signalwegen, die eng mit der Lymphangiogenese verknüpft sind, darunter VEGFC/VEGFR3- sowie ANG/TIE-Signalwege.
Neuere, bislang unveröffentlichte Ergebnisse identifizierten ITGA9 als Regulator der Angiopoietin/TIE-Signalübertragung in reifen Lymphgefäßen. Ziel des Projekts ist nun zu untersuchen, ob ITGA9 eine vergleichbare inhibitorische Funktion auch in Zellen des Schlemm-Kanals ausübt und ob eine Blockade von ITGA9 die ANG/TIE-Signalübertragung verstärken kann, um damit die Funktion des Schlemm-Kanals zu verbessern und den Augeninnendruck zu senken.
Das Projekt kombiniert In-vivo und In-vitro-Ansätze, um die molekularen Mechanismen der ITGA9-vermittelten Regulation der ANG/TIE-Signalübertragung zu untersuchen. Konditionale Knockout-Mausmodelle werden genutzt, um den Einfluss der ITGA9-Signalübertragung auf die Integrität des Schlemm-Kanals und den Augeninnendruck zu analysieren. Ergänzende zelluläre Studien mit primären humanen dermalen lymphatischen Endothelzellen sollen aufklären, wie ITGA9 VEGFC- und ANG/TIE-abhängige Signalwege beeinflusst und ob eine pharmakologische Hemmung von ITGA9 endotheliale Signalantworten verstärken kann.
Diese Ansätze könnten nicht nur die Funktion des Schlemm-Kanals verbessern, sondern auch die Wirksamkeit bestehender ANG/TIE-basierter Glaukomtherapien steigern.
Durch die Verknüpfung von Gefäßbiologie, lymphatischer Signalübertragung und Glaukomforschung etabliert dieses Projekt einen hochgradig translationalen Forschungsansatz zur Entwicklung innovativer Therapiestrategien für die Regulation des Augeninnendrucks. Die Ergebnisse sollen die Hypothese testen ob ITGA9 als neuer Modulator der Homöostase des Schlemm-Kanals fungiert und damit eine mögliche Grundlage für zukünftige Kombinationstherapien schaffen die darauf abzielen, die Progression des Glaukoms zu verhindern und das Sehvermögen zu erhalten.
Zentrale Methoden
- Konditionale ITGA9-Knockout-Mausmodelle
- TIE2-heterozygote glaukomassoziierte Mausmodelle
- Primäre humane dermale lymphatische Endothelzellkulturen (HDLECs)



