
SFB 1607 finanziert neues interdisziplinäres Projekt zur Mitophagie von Astrozyten bei Sehneratrophien
Der SFB 1607 fördert ein neues Crosslinking Project von Dr. Marta Zaninello mit dem Titel „Investigating astrocyte mitophagy and transmitophagy in optic atrophies“. Das Projekt wurde vom Leitungsteam des SFB 1607 bewilligt und mit 15.000 Euro Förderung ausgezeichnet.
Optikusatrophien wie die autosomal-dominante Optikusatrophie (ADOA) und das Glaukom sind neurodegenerative Erkrankungen, die durch den fortschreitenden Verlust retinaler Ganglienzellen und ihrer Axone gekennzeichnet sind. Ein zentrales Merkmal dieser Erkrankungen ist die mitochondriale Dysfunktion, die die hohe metabolische Belastung der Nervenzellen beeinträchtigt. Obwohl bereits mitochondriale Fragmentierung und Astrozytenaktivierung beschrieben wurden, ist bislang unklar, wie neuronaler mitochondrialer Stress mit astrozytären Reaktionen zusammenhängt.
Das Projekt von Dr. Zaninello untersucht daher, ob Astrozyten eine schützende Funktion übernehmen, indem sie beschädigte Mitochondrien durch Mitophagie und Transmitophagie abbauen. Ziel ist es herauszufinden, ob mitochondrialer Stress in retinalen Ganglienzellen neuroinflammatorische Prozesse auslöst oder protektive astrozytäre Clearance-Mechanismen aktiviert.
Das Vorhaben ergänzt die bestehenden Forschungsaktivitäten des SFB 1607 zur Neuroinflammation und erweitert die Perspektive von neuronenzentrierten Mechanismen hin zu dynamischen Stoffwechselinteraktionen zwischen Neuronen und Gliazellen. Die gewonnenen Pilotdaten sollen als Grundlage für zukünftige DFG-Einzelförderanträge dienen und langfristig neue therapeutische Ansätze für Glaukom und hereditäre Optikusneuropathien ermöglichen.
Dr. Marta Zaninello arbeitet derzeit als Postdoktorandin am Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln im Labor von Prof. Dudanova und erforscht dort mitochondriale Proteostase in Axonen.
