Immunmodulation eröffnet neue Therapieansätze bei diabetischer Retinopathie

Ein Forschungsteam unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Thomas Langmann, Vizesprecher des SFB 1607 und Leiter des Projekts C05, hat neue therapeutische Ansätze zur Behandlung der diabetischen Retinopathie (DR) identifiziert. Die aktuelle Publikation in JCI Insight zeigt, dass die gezielte Immunmodulation der Netzhautentzündung vielversprechende Möglichkeiten zur Verhinderung von Sehverlust bietet.

Während die DR lange Zeit als reine Gefäßerkrankung galt, rückt die Studie immunologische Prozesse in den Fokus. Im Labor für Experimentelle Immunologie des Auges an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät untersuchte das Team die Rolle von Makrophagen und Mikrogliazellen – zentrale Entzündungszellen der Netzhaut.

Unter der Leitung von Prof. Langmann modellierte Postdoktorand Dr. Urbanus Kinuthia zentrale Merkmale der Erkrankung in Mausmodellen durch den Verlust von Perizyten und PDGFB. Diese Veränderungen lösten anhaltende Entzündungen und Schädigungen der Blut-Netzhaut-Schranke aus, die sich durch pharmakologische Eingriffe in die Mikroglia-Aktivität rückbilden ließen.

Die Ergebnisse markieren einen Paradigmenwechsel: Immunmodulation könnte eine wirksame Ergänzung zu bestehenden Therapien darstellen und neue Hoffnung für Betroffene weltweit bieten.

Originalpublikation:
Kinuthia et al., Immunomodulation of inflammatory responses preserves retinal integrity in murine models of pericyte-depletion retinopathy. JCI Insight. 2025 Jul 1;10(15):e184465. DOI:10.1172/jci.insight.184465.

Projekt­bezogene Publikationen

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